Ladestationen für Mitarbeiter & Gäste

Elektroautos am Firmenstandort laden

Firmen, die bereits die Umstellung auf einen (teilweise) elektrischen Fuhrpark gewagt haben, wissen eines: ohne Ladeinfrastruktur ist alles nur der halbe Spaß. Eine eigene, intelligent gesteuerte Ladeinfrastruktur bietet zudem nicht nur die Möglichkeit, die Flottenfahrzeuge zu laden. Alle Mitarbeiter:innen, Kund:innen und Gäste mit Elektroautos können von den Ladestationen des Unternehmens profitieren. Die Abrechnungsmodelle für das Aufladen sind dabei so individuell wie die E-Autofahrer:innen selbst.

Moderner Arbeitgeber mit Umweltbewusstsein

Mit der Umstellung Ihres Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge zeigen Sie als Unternehmen, dass Sie es in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit ernst meinen. Und sind Ihre Mitarbeiter:innen erst einmal vollelektrisch gefahren, ist in den meisten Fällen der Funke übergesprungen. Wenn dann die Anschaffung eines neuen Privat-PKW ansteht, ist das E-Auto eine wahrscheinliche Option. Nun wollen also sowohl Flottenfahrzeuge als auch Privat-PKW Ihrer Mitarbeiter:innen geladen werden. Das muss intelligent gesteuert und außerdem korrekt und fair abgerechnet werden.

Wer lädt im Unternehmen wann, wie schnell und wie lange?

Diese vier W-Fragen gilt es zu klären, wenn man seine Ladeinfrastruktur am Firmenstandort clever managen möchte. Am Beispiel des fiktiven Dienstleistungsunternehmens Logistik-GmbH wollen wir dies für Sie veranschaulichen:

Die Firma Logistik-GmbH verfügt über einen elektrischen Fuhrpark, bestehend aus

  • 10 Kleintransportern,
  • 2 Klein-PKW als Poolfahrzeuge,
  • 5 Lastenrädern
  • und 5 E-Bikes.

Und über einen Unternehmensparkplatz welcher mit 12 Ladepunkten für PKW und 10 Lademöglichkeiten für E-Räder ausgestattet ist.

Nächtliches Aufladen der E-Fahrzeuge

Die meisten Fahrzeuge sind Montag bis Freitag tagsüber von 8 bis 18 Uhr im Einsatz und damit die meiste Zeit tagsüber nicht am Unternehmensparkplatz – anzutreffen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der elektrische Fuhrpark im Zeitraum von 18 bis 8 Uhr geladen werden muss.

Würden nun aber alle Fahrzeuge mit der maximalen Leistung genau um 18:00 mit der Ladung beginnen, würde das jeden Abend zu einer Überlastung des Stromanschlusses führen – hohe Nachzahlungen inklusive.

Ein intelligentes Energiemanagement vermeidet dies und sorgt dafür, dass die Ladevorgänge eine vorab festgelegte Gesamtlast nicht übersteigen, und bindet zudem vorhandene, externe Pufferspeicher (Photovoltaik) mit ein. Die Leistung wird durch das Energiemanagement optimal und zur richtigen Zeit auf die Fahrzeuge verteilt.

Nutzung der Ladestationen während der Bürozeiten

Und tagsüber? Herr Müller, der Eigentümer, fährt neuerdings privat ein E-Auto. Die Disponentin Frau D. ist vor einem halben Jahr auf einen elektrischen Stadtflitzer umgestiegen, wie auch kürzlich der Buchhalter Herr B. und sein Kollege Herr L. aus der Lohnverrechnung. Weitere drei Mitarbeiter:innen aus dem Kurierdienst sind in ihrer Freizeit ebenso elektrisch unterwegs und nutzen die Fahrzeuge, um in die Arbeit zu gelangen. Sieben E-Fahrzeuge der Mitarbeiter:innen, die also auch tagsüber mit unterschiedlicher Priorität geladen werden sollen.

Hinzu kommen fallweise Kund:innen, Lieferant:innen oder Gäste, denen für die Dauer ihres Aufenthaltes ebenfalls die Lademöglichkeit angeboten wird. Auch hier wird eine bestimmte Gesamtlast nicht überschritten – bei Sonnenschein fließt Strom aus der Photovoltaikanlage mit ein.

Einfache Priorisierung der Ladevorgänge

Im Fall der Firmenfahrzeuge, die über Nacht geladen werden, ist die Programmierung im Hintergrund ein Einfaches: Über einen festgelegten Zeitraum muss eine gleichbleibende Anzahl an elektrischen Fahrzeugen wieder auf vollen Akkustand gebracht werden.

Im Fall der E-Autos der Mitarbeiter:innen und Gäste, die tagsüber laden, wird es bereits komplexer. Hier kommt die Priorisierung der Ladevorgänge ins Spiel. Auch hier gilt, dass eine vorab festgelegte Gesamtlast nicht überschritten werden soll.

  • Fahrzeug 1: Herr Müllers Dienstwagen muss jederzeit einsatzbereit sein. Steckt er sein E-Auto an der Ladestation an, wird in der Sekunde mit der maximalen verfügbaren Leistung Strom in sein Fahrzeug geladen. Seinem Fahrzeug wurde die „Prioritätsstufe 1“ zugeteilt.
  • Fahrzeug 2: Frau D. ist halbtags tätig, sie kommt um 9 Uhr ins Büro und verlässt die Firma um 13 Uhr. Innerhalb dieser 4 Stunden wird der Akku ihres E-Autos wieder voll aufgeladen.
  • Fahrzeug 3 & 4: Herr B. hat einen Arbeitsweg von rund 40 Kilometern und ist täglich von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr im Haus. Während 8 Stunden kann auch sein Auto wieder voll aufgeladen werden. Bei Herrn L. verhält es sich ähnlich, sein Arbeitsweg beträgt nur knapp 25 Kilometer und er lädt nur jeden 2. Tag.
  • Fahrzeuge 5-7: Während ihrer 10-stündigen Schicht an 4 Tagen der Woche können die E-Autos der Mitarbeiter:innen über den Tag verteilt geladen werden.

Die Fahrzeuge 2, 3, 4 sowie 5-7 haben unterschiedliche, vorab festgelegte Prioritäten, mit denen sie geladen werden.

Kund:innen, Lieferant:innen und Gäste dürfen in der Unternehmensgarage an einer von zwei tagsüber freien Ladestationen gratis laden. Externe Fahrzeuge werden 2 Stunden lang mit einer festgelegten Maximalleistung geladen. Möchte eine:r dieser Nutzer:innen länger, schneller oder mehr laden, kann dies gesondert gesteuert und abgerechnet werden

Abrechnung der Ladevorgänge

Grundsätzlich kann kostenfreies und kostenpflichtiges Laden ermöglicht bzw. angeboten werden.

Kostenfreie Ladungen für Mitabeiter:innen

Auch kostenfreie Ladungen müssen einer Kostenstelle zugeordnet werden. Die Zuordnung kann über folgende Paramater erfolgen:

  • Fahrzeug
  • Kennzeichen
  • RFID-Karte oder APP
  • Personendaten

Kostenpflichtige Ladungen für Mitarbeiter:innen

Wenn Mitarbeiter:innen die Möglichkeit zur Ladung geboten wird, muss dies nicht immer kostenfrei sein, auch ein ermäßigter Tarif oder eine Pauschale sind möglich. Die Abrechnung kann dabei direkt an die Lohnverrechnung angebunden werden oder über den EMP erfolgen.

Kostenfreie Ladungen für Kund:innen, Lieferant:innen oder Gäste

Die Parameter für eine kostenlose Ladung externer Fahrzeuge kann vorab festgelegt werden (z. B. bis zu einer gewissen Dauer, max. Leistung, kWh)

Kostenpflichtige Ladungen für Kund:innen, Lieferant:innen oder Gäste

Die Bezahlmöglichkeiten für das Laden externer Fahrzeuge sind zahlreich und werden unterschieden in jene für Vertragskunden (Prepaid, Postpaid) und Ad-hoc-Kunden (z.B. Bankkartenzahlung an der Ladestation, Ad-Hoc Ladung per App).

Bei der Abrechnung können zudem folgende Preisfunktionen zugrunde gelegt werden:

  • per kWh (Deutschland: eich-und messrechtskonform)
  • Pauschalen
  • Zeit
  • Basispreis bei Start
  • Sondertarife

Fazit

Eine eigene Ladeinfrastruktur ist unerlässlich, wenn man sich als Unternehmen für einen elektromobilen Fuhrpark entschieden hat. Diese muss jedoch intelligent gesteuert werden, um Überlastungen und unschöne Überraschungen bei der Stromrechnung vorzubeugen. Die optimale Auslastung der Ladestationen erreicht man, indem man sie für weitere Nutzergruppen öffnet, welche man höchst individuell priorisieren und abrechnen kann.

Diesen Artikel teilen:

Kategorien

Das könnte Sie auch interessieren

Der Weg zur nachhaltigen Mobilität in Ihrem Unternehmen ist simpler, kürzer und mit dem richtigen Energiemanagement günstiger, als Sie denken.